Auch wir sind mit unserem Kaufhaus, in unserem 120. JubilÀumsjahr nicht von der verheerenden Flutwelle Mitte Juli verschont geblieben.

GlĂŒcklicherweise hat die Außenfassade unseres Hauses die Flut fast unbeschadet ĂŒberstanden. Daher können Passanten die tatsĂ€chlichen SchĂ€den kaum einschĂ€tzen. „Aber sie sind doch sehr massiv“, sagen Carmen SchĂ€fer, GeschĂ€ftsleiterin des Kaufhauses, und Patrick KĂŒpper, Mitglied der Unternehmensleitung der Moses-Gruppe. „Und das ist auch der Grund, warum wir die TĂŒren fĂŒr unsere Kundinnen und Kunden leider noch nicht wieder öffnen konnten.“

Gleichwohl herrscht im GebĂ€ude Betriebsamkeit. „Im Hintergrund wird in enger Zusammenarbeit mit dem EigentĂŒmer der Immobilie seit ĂŒber 12 Wochen fieberhaft an der Sanierung gearbeitet,“ so Patrick KĂŒpper und erlĂ€utert: „Das Erdgeschoß des Kaufhauses ist nur in einigen Bereichen betroffen, aber auch hier wurde die Technik, wie Rolltreppen und AufzĂŒge stark beschĂ€digt.“

Das Untergeschoß stand jedoch in der Flutnacht komplett unter Wasser. Über 2.300 Quadratmeter sind auf einer Deckenhöhe von ca. 3 Metern massiv beschĂ€digt worden. Das entspricht einem Volumen von ĂŒber 6.900 Kubikmetern oder der unglaublichen Menge von ĂŒber 6,9 Millionen Liter Wasser, die in das Haus eingedrungen sind und Einrichtung, Waren und Technik zerstört hat. Mehrere tausend Kubikmeter MĂŒll und Bauschutt mussten ĂŒber einen kleinen Ausgang im Innenhof aus dem GebĂ€ude gebracht werden.

Davon sei natĂŒrlich auch die komplette VerkaufsflĂ€che von 1.100 Quadratmetern betroffen, die den Kundinnen und Kunden als Young Fashion-Abteilung „Saal24“ sowie der Kinder- und Kofferabteilung bekannt sind. Die restliche FlĂ€che verteilt sich auf Warenannahme, Logistik, Lager, NebenflĂ€chen sowie die GebĂ€udetechnik. Und auch da heißt es: „Komplett zerstört.“

Insbesondere die Wiederherstellung der eigenen Stromversorgung des Hauses – mit einer hauseigenen Trafostation – wird sehr arbeitsintensiv und langwierig. Seit der Flut wird das Kaufhaus durch ein leistungsstarkes Stromaggregat versorgt und fĂŒr den anstehenden Herbst/Winter wurde bereits ein sogenanntes Hot-Mobil, also eine mobile Heizungsanlage, aufgestellt. Neben dem Kaufhaus sind auch die anderen gewerblichen Mieter wie die Jesuiten-Apotheke, Europa-Möbel, die LohnerÂŽs und der Tabak-Shop betroffen. Und auch fĂŒr die privaten Wohnungsmieter im GebĂ€ude ist die Versorgung damit gesichert.

Das Untergeschoß wird in jedem Fall erst im kommenden FrĂŒhjahr 2022 fertig.
Allerdings geben sich KĂŒpper und SchĂ€fer vorsichtig optimistisch: „Wir prĂŒfen ganz genau und mit Hochdruck gemeinsam mit dem EigentĂŒmer des Hauses und allen an der Sanierung beteiligten Unternehmen, ob eine Teileröffnung auf kleinerer FlĂ€che in diesem Jahr noch möglich ist.“ Das betreffe dann das Erdgeschoß und eventuell auch das 1. Obergeschoß. Um dies zu ermöglichen sind aber noch viele technische und bauliche HĂŒrden zu ĂŒberwinden.
Auch wenn die verbliebene Ware im Erdgeschoß und im 1. Obergeschoß des Kaufhauses nicht direkt betroffen war, so muss diese komplett entfernt werden. „Im Anschluss daran passen wir natĂŒrlich bestmöglich das kĂŒnftige Sortiment unseres Kaufhauses der aktuellen Situation in der Region an,“ so Carmen SchĂ€fer und erklĂ€rt, dass nach einer solchen Flut zunĂ€chst andere Produkte von Kundinnen und Kunden nachgefragt seien.

Patrick KĂŒpper betont: „Mittelfristig wollen wir wieder der Marktplatz der Einkaufsstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler werden. Wir waren die „Herzkammer der Einkaufsstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler“ und werden das auch wieder.“ Dabei betonen Patrick KĂŒpper und Carmen SchĂ€fer: „Das gesamte Moses-Team freut sich auf den Neustart. Auch wenn einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst massiv betroffen sind, so brennt das gesamte Team darauf, endlich wieder zu starten.“

Beim Wiederaufbau des Kaufhauses Moses sind sich die Verantwortlichen aber sehr wohl bewusst, dass auch die HĂ€ndlerkolleginnen und -kollegen in der Stadt wieder „auf die FĂŒĂŸe“ kommen mĂŒssen: „Denn nur gemeinsam stellen wir die bunte Einkaufsvielfalt unserer Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder her und ermöglichen den Besuchern der Region eine breite Angebotspalette. Erst diese Vielfalt lockt die Besucher wieder an.“, so Patrick KĂŒpper.

Wie Carmen SchĂ€fer erklĂ€rt, hat sich das Kaufhaus Moses auch fĂŒr die Teilnahme an den „Pop Up Malls“ in Bad Neuenahr beworben. „Wir sind der Meinung, dass die „Mall“ unser GeschĂ€ft und das unserer Kolleginnen und Kollegen wieder langsam ankurbeln wird. Zudem können die HĂ€ndler so auch den Kundinnen und Kunden wieder ein wichtiges StĂŒck Shopping-NormalitĂ€t zurĂŒckgeben.“ Es ist aus Sicht des Traditionshauses wichtig, dass es Lichtblicke gibt und das das Leben StĂŒck fĂŒr StĂŒck in die Stadt zurĂŒckkehrt. „Es freut uns daher sehr, dass die ersten HĂ€ndler, Dienstleister und Gastronomen bereits wieder geöffnet haben, fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger da sind und ein StĂŒck NormalitĂ€t ermöglichen“, so Patrick KĂŒpper.

Das gesamte Moses-Team schaut trotz aller Schwierigkeiten und der großen Aufgaben in Stadt und Region zuversichtlich nach vorne. „Die unglaubliche SolidaritĂ€t und Hilfsbereitschaft fĂŒr die wir sehr dankbar sind, treibt an und macht Mut fĂŒr den Neubeginn. Wir sind bald wieder da und freuen uns dann auf ein Wiedersehen mit unseren Kundinnen und Kunden“, so Patrick KĂŒpper und Carmen SchĂ€fer.